Als Kindertrainer bist du...

Was eigentlich alles zum Trainerdasein dazuzählt, sehen viele Außenstehende gar nicht. Deshalb haben wir einmal einige Aufgaben zusammengetragen, welche neben dem reinen Fußballtraining noch dazugehören.

Elternsprecher

Wenn es zu Problemen oder Diskussionen kommt, dann zumeist mehr mit den Eltern, als mit den Kids. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Zum Beispiel weil der Vater, der früher in der Kreisliga gespielt hat, gefühlt jedoch Bundesligaspieler war, seinem Sohn ständig Anweisungen gibt und die Aufstellung permanent in Frage stellt. Oder die etwas zu sehr besorgten Mamas, die beim ersten Regentropfen das Kind vom Training abmelden und sich dann jedoch beschweren, warum ihr Schützling am Wochenende nicht zum Wettkampf eingeladen wird. Auf Diskussionen mit den Eltern muss man sich als Trainer einstellen und mit umgehen können. Dabei ist es wichtig stets ruhig zu bleiben und mit sachlichen Argumenten den Ärger zu lösen. Denn du brauchst die Eltern und eine intakte Elternschaft erspart dir sehr viele Probleme.


Veranstaltungsplaner

Ein engagierter Trainer organisiert die Teilnahme an externen Turnieren und plant auch eigene Veranstaltungen, um die Mannschaftskasse aufzubessern. Egal ob in der Großstadt oder auf dem Land, der reguläre Spielbetrieb gibt nicht genügend Wettkämpfe her. Daher ist es wichtig den Kindern mehr Spielpraxis zu ermöglichen. Zahlreiche Turnierbörsen wie beispielsweise auf Facebook bieten gute Optionen. Gerade auf externen Turnieren kann man schnell Kontakte knüpfen für weitere Testspiele oder für das eigene Turnier. Auch ein eigenes Turnier ist eine super Möglichkeit um Kontakte mit anderen Vereinen zu pflegen, die Kinder spielen zu lassen oder um Geld für die Mannschaftskasse zu verdienen. Meistens erfolgt auf die eigene Einladung zum Turnier auch eine Gegeneinladung, sodass genügend Spielpraxis für die Kinder gesichert ist. Wenn dann ausreichend Geld in der Mannschaftskasse vorhanden ist, kann man eine tolle Abschlussfeier/fahrt planen. Bei all den genannten Aufgaben ist es jedoch wichtig, sich die Unterstützung der Eltern zu holen, um als Eventmanager entlastet zu werden.


Streitschlichter

Eine der Hauptaufgaben eines Kindertrainers ist Streit zu schlichten. "Der Felix hat mich geschupst, der Phlipp hat Penner zu mir gesagt, der hat sich vorgedrängelt, ..." Diese Aussagen hört jeder Kindertrainer zur Genüge. Dort gilt es stets Ruhe zu bewahren und Druck aus der Situation zu nehmen. Keine schwere aber oft anstrengende Aufgabe, die sich jedoch nicht vermeiden lässt. Aber zur Beruhigung: Je älter die Kinder werden, desto weniger muss man als Streitschlichter fungieren.


Wertevermittler

Eine sehr wichtige Aufgaben ist die Vermittlung von gewissen Grundwerten. Eine Tätigkeit die vielen Trainern gar nicht bewusst ist und häufig unterschätzt wird. Respekt, Fairness, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit sind wichtige Werte, welche den Grundstein für das komplette Leben bilden sollten. Dies musst du als Trainer in erster Linie vorleben und vermitteln können.


Organisator

Neben der Tätigkeit als Veranstaltungsplaner, hat ein Trainer noch einige andere Dinge zu organisieren. Trainingsplanung, Freigabe der Spiele im DFBnet, Abfahrten zu Auswärtsspielen/Turnieren planen, Trikots waschen, Trainingsmaterialien organisieren, Auf-und Abbau des Feldes vor/nach dem Training/Spiel und vieles mehr. Einige dieser Aufgaben kann man jedoch auch an engagierte Eltern übertragen, welches eine unglaubliche Erleichterung für den Trainer sein kann.


Motivator

Diese Aufgabe ist sehr sehr bedeutend und wichtig. Egal ob vor, während oder nach dem Spiel, motivierende Worte, sollte jeder Trainer aussprechen können. Auch während des Trainings, ist es die Aufgabe des Trainers seine Spieler nach Fehlversuchen stets zu motivieren es immer weiter zu probieren. Getreu dem Motto: Was man nicht kann, kann man lernen. Des Weiteren ist es wichtig selbst motiviert aufzutreten und auch die Übungen dementsprechend zu vermitteln. Wenn du es vorlebst, werden es dir deine Spieler gleich tun. Nichts ist schlimmer als ein planloser, gestresster und unmotivierter Coach für die Kids.


Tröster

Neben der Motivation muss ein Trainer auch trösten können. Gerade im Kinderfußball ist diese Aufgabe von großer Bedeutung. Egal ob nach einem verlorenen Spiel, einem kleinen Streit mit dem Mitspieler oder einem Wehwehchen. Als Trainer bist du der erste Ansprechpartner und spendest Trost. Dies bedarf zumeist nur weniger Worte oder einem kleinen Streichler über den Kopf und schon sind die Tränen schnell wieder getrocknet.


Schnürsenkelbinder und Stylist

Irgendwas ist immer offen. Egal ob Jacke oder Schuhe oder sogar beides. Häufige Tätigkeit eines Trainers ist dementsprechend das Schuhebinden. Zusätzlich muss man noch darauf achten, dass die Kinder dem Wetter entsprechend gekleidet sind. Gerade in der kalten Jahreszeit heißt es häufig: "Schal und Mütze nicht vergessen. Habt ihr eure Handschuhe dabei ? Zieh dir bitte noch eine Jacke über." Auch die Schienbeinschützer werden sehr gerne mal vergessen und einfach in der Kabine liegen gelassen. Daher ist auch bei diesem wichtigen Ausrüstungsteil Obacht gefragt.


Spaßmacher

Ein grimmiger und meckernder Coach wird nie das Vertrauen und die Herzen der Kinder erobern. Als Trainer ist es also auch mal wichtig einen Spaß mitzumachen oder selbst zu initiieren. Denn so werden die Kinder mit viel mehr Freude zum Training kommen, als bei einem stets meckernden Coach. Bei allem Spaß ist es natürlich auch wichtig, dass die Kinder schnell wieder zum Wesentlichen zurückfinden und den Respekt vor dir nie verlieren. 


Zuhörer

Als Trainer glühen einem manchmal echt die Ohren. Gerade vor und nach dem Training will jedes Kind etwas loswerden. Dein Name wird gefühlte 100 mal in den Raum gerufen, denn jeder möchte deine Aufmerksamtkeit und dir etwas erzählen oder zeigen. Die Themen sind dabei sehr vielfältig und oftmals wirklich amüsant. Aber auch Sorgen und Ängste können Themen sein, für die du als Trainer immer ein offenes Ohr haben solltest.  Manchmal erzählen dir deine Spieler sogar Dinge, welche sie nicht einmal ihren Eltern sagen. Das zeigt wie sehr dir die Kids vertrauen und das solltest du stets zu schätzen wissen.


Vorbild

Das solltest du zumindest sein. Sowohl von deiner Persönlichkeit, als auch von deinen fußballerischen Fähigkeiten.

Die Kinder eifern dir nach und übernehmen auch Teile deiner Verhaltensweisen. Positiv wie negativ. Daher ist es als Trainer immer wichtig darauf zu achten, wie du dich verhältst. 


Wenn du dem gegnerischen Trainer nach dem Spiel die Hand gibst, obwohl dieser sich nicht fair verhalten hat, werden deine Spieler das wahrnehmen. Wenn du über den gegenerischen Trainer schimpfst und streitest, werden die Kinder das genauso realisieren. In beiden Fällen wird sich dein Verhalten bei den Kindern widerspiegeln.


Des Weiteren orientieren sich deine Spieler auch fußballerisch an dir. Denn auch in diesem Bereich bist du für sie ein Vorbild. Zusätzlich wirkt es sich natürlich auch positiv auf dein Training aus, wenn du vormachen kannst, was du ihnen beibringen willst. Gerade in den unteren Altersklassen sollten die Trainer grundlegende fußballerische Fähigkeiten besitzen, an denen sich die Kinder orientieren können. Das schönste sind die staunenden Gesichter deiner jungen Schützlinge, wenn du etwas cooles mit dem Ball vormachst. Sei es ein Trick, ein Pass oder auch ein sicheres Dribbling.  Sie werden alles versuchen, es dir genauso nachzumachen.


Also sei dir deiner großen Verantwortung als Trainer bewusst. Die Eltern geben ihre Kinder in deine Hände und bestenfalls bekommen sie tolle Fußballer mit einer fairen und respektvollen Persönlichkeit zurück.



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