12 Tipps für ein gut organisiertes Fußballturnier

Egal ob in der Großstadt oder auf dem Land, der reguläre Spielbetrieb gibt nicht genügend Wettkämpfe her. Daher ist es wichtig den Kindern mehr Spielpraxis in Form von Turnieren zu ermöglichen.

Ein engagierter Trainer organisiert die Teilnahme an externen Turnieren und plant auch eigene Veranstaltungen. Zahlreiche Turnierbörsen wie beispielsweise auf Facebook, bieten gute Optionen, externe Turniere zu finden oder um Teilnehmer für das eigene Turnier zu finden. Ein eigenes Turnier ist eine super Möglichkeit um Kontakte mit anderen Vereinen zu pflegen, die Kinder spielen zu lassen oder um Geld für die Mannschaftskasse zu verdienen. Meistens erfolgt auf die eigene Einladung zum Turnier auch eine Gegeneinladung, sodass genügend Spielpraxis für die Kinder neben dem regulären Spielbetrieb gesichert ist. Wenn dann am Ende der Saison ausreichend Geld in der Mannschaftskasse vorhanden ist, kann man eine tolle Abschlussfeier/fahrt planen. Doch bis es soweit ist, gibt es einige Dinge für ein gut organisiertes Turnier zu beachten.

 

1. An welchem Datum soll das Turnier stattfinden?

Bevor es in die genaue Planung geht, muss erstmal das Datum des Turniers feststehen und das ist manchmal gar nicht so einfach zu finden. In den Wintermonaten (Winterpause) gibt es da auf jeden Fall mehr Möglichkeiten, als während der laufenden Saison. In der Winterpause kann es also ein beliebiger Samstag oder Sonntag sein, wobei es sich empfiehlt bei Turnieren mit Teams die von weiter her kommen, das Turnier auf einen Samstag zu legen. Denn wenn ein Team ca. 2–3 Stunden auf einem Sonntag anreist, ist es für die Kinder sehr stressig, da am darauffolgenden Tag wieder Schule ist. Bei Teams aus der Umgebung ist es egal, ob das Turnier an einem Samstag oder Sonntag stattfindet. Turniere am Wochenende vor den Ferien, in den Ferien oder nach den Ferien sind zumeist ungeeignet, da viele Familien in den Urlaub fahren und somit oftmals keine Mannschaft stellen können.

 

Während der Saison gestaltet es sich etwas schwieriger, das richtige Turnierdatum zu finden. Hier eignen sich nur spielfreie Wochenenden oder Feiertage wie Pfingsten und Ostern, wobei auch hier wieder viele Familien die Zeit nutzen, um wegzufahren. Einige Teams sind auch bereit an Wochenenden an einem Turnier teilzunehmen, auch wenn am Tag zuvor ein Staffelspiel stattgefunden hat. Also könnte man hier auch mal den Spielplan der Gegner durchstöbern und anfragen, wer bereit ist am Wochenende zwei Wettkämpfe zu bestreiten.

 

2. Wann soll das Turnier beginnen?

Auch hier sollte man wieder beachten, woher die gewünschten Teams kommen. Wenn Teams mit 2–3 Stunden Anfahrt dabei sind, dann sollte das Turnier nicht um 8 Uhr beginnen, aber auch nicht zu spät wegen der bevorstehenden Rückreise. Ein Turnierbeginn um 11 Uhr wäre in diesem Fall eine ideal. Bei Gegnern aus der Region kann ein Turnier beispielsweise auch mal um 9 Uhr beginnen. Bei der richtigen Wahl des Turnierstarts spielt natürlich auch Punkt 3 eine entscheidende Rolle.

 

3. Wie viel Zeit steht zur Verfügung?

Der ideale Turnierbeginn hängt auch davon ab, wie viel Zeit man überhaupt für sein Turnier zur Verfügung hat. Manche Hallen oder Plätze sind nur begrenzt verfügbar, weil entweder noch ein anderes Turnier am selben Tag stattfindet oder die Männermannschaften den Sportplatz am Nachmittag für sich benötigen. Beim zeitlichen Rahmen fließt daher auch Punkt 4 mit ein. Demnach ist es vorher sehr wichtig mit den zuständigen Verantwortlichen im Verein zu klären, wie lange der gewünschte Veranstaltungsort zur Verfügung steht.

 

4. Wo soll das Turnier stattfinden?

Hier lässt sich natürlich grob zwischen Turnieren auf dem Feld (Funino oder 7vs.7) und in der Halle unterscheiden. Jeder Verein sollte einen eigenen Sportplatz haben, auf dem die Veranstaltung ausgetragen werden könnte. Bei Hallenturnieren gestaltet sich dies schon etwas schwieriger. Sporthallen sind in der heutigen Zeit rar geworden und daher gerade in den Wintermonaten sehr beliebt. Eine zeitige Vorausplanung lohnt sich in diesem Fall. Grundsätzlich ist es wichtig rechtzeitig freie Kapazitäten bei den zuständigen Sportämtern zu erfragen und gegebenenfalls sofort zu buchen.

 

5. Wie viele Kabinen stehen zur Verfügung?

Sofern feststeht, wo das Turnier stattfindet, muss natürlich geschaut werden, wie viele Kabinen überhaupt zur Verfügung stehen. Je nach Größe der Kabinen können sich 2–3 Teams eine Umkleide teilen. Dies ist jedoch wichtig im Voraus genau abzuklären. Demnach sollte man nicht mehr Teams einladen, als Kabinenkapazität zur Verfügung steht.

 

6. Wie viele Mannschaften kann ich einladen?

Die Anzahl der Teilnehmer hängt zum größten Teil davon ab, wie viel Zeit für das Turnier bereitsteht, wie viel Kabinenkapazität da ist und auf wie vielen Spielfeldern parallel gespielt werden kann. Von 4- 24 Mannschaften ist hier alles möglich. Wichtig ist die Wartezeiten so gering wie möglich zu halten. 30 Minuten sollten bestenfalls das Maximum an Wartezeit zwischen den Spielen sein. Also bitten nicht das Turnier mit Mannschaften überladen. Bei einem Freiluft Turnier sind erfahrungsgemäß 8 Teams ideal, wenn man auf 2 Feldern parallel spielen kann. Im Spielmodus jeder gegen jeden werden jedem Team 7 Spiele ermöglicht mit wenig Wartezeiten.

 

Bei Hallenturnieren hingegen sollten 8 Mannschaften die oberste Grenze sein, da man zumeist nur ein Spielfeld zur Verfügung hat und die Pausenzeiten sonst zu groß werden.

 

7. Teams einladen

Hier empfiehlt es sich vorab aufzuschreiben, welche Teams man gerne einladen möchte. Ob regional oder von weiter her. Danach schreibt man die jeweiligen Verantwortlichen persönlich per WhatsApp an oder falls kein direkter Kontakt vorhanden sein sollte per Mail an die Jugendleitung. Erfahrungsgemäß ist es sehr viel unkomplizierter, wenn man die jeweiligen Trainer persönlich kontaktieren kann. So bekommt man innerhalb weniger Stunden eine Rückmeldung. Bei Einladungen über den Verein, ist die Antwortzeit deutlich länger, wenn überhaupt eine kommt. Eine andere Möglichkeit ist sein eigenes Turnier, bei einer der zahlreichen Turnierbörsen wie beispielsweise auf Facebook zu veröffentlichen. So kommen die Teams von allein auf dich zu und erfragen, ob eine Teilnahme möglich ist.

 

8. Turnierplan erstellen

Wenn Datum, Zeitraum und teilnehmende Teams feststehen, geht es an die Erstellung des Turnierplans. Hier arbeiten viele noch mit selbst erstellten Excel Tabellen. In diesem Fall geht es auch sehr viel einfacher mit der Webseite https://www.meinturnierplan.de/.

Hier kannst du einfach alle Eckdaten wie Turniermodus, Spielzeit, Pausenzeit, Anzahl der Felder und noch vieles mehr eintragen und am Ende bekommst du einen genauen Spielplan, den du am Turniertag sogar live aktualisieren kannst. Alles komplett kostenlos.

 

9. Catering

Um ein bisschen Geld für die Mannschaftskasse zu verdienen, ist ein gutes Catering das A und O. Dafür muss zunächst bestimmt werden, was man anbieten möchte und wie viel von den jeweiligen Produkten eingekauft werden muss. Hierbei ist auch auf die Herkunft der teilnehmenden Teams zu achten. Bei Teilnehmern mit muslimischen Hintergrund, macht es beispielsweise keinen Sinn Schweinefleisch auf den Grill zu packen. Sucuk ist hier eine gute Alternative. Ansonsten sind Bratwürste, Hotdogs, Bouletten, Fleisch, Salate, Kuchen oder kleine Süßigkeiten sehr beliebt. Bei den Getränken sind Cola, Fanta, Sprite oder Wasser die klassischen Verkaufsschlager. Alkohol hat bei einem Kinderturnier nichts zu suchen, auch wenn dieser die Einnahmen sicherlich deutlich steigern würde. Wichtig ist beim Catering sich gemeinsam mit den Eltern zu besprechen und die Aufgaben aufzuteilen. Des Weiteren ist es natürlich von hoher Bedeutung zu vorab zu klären, wer am Turniertag, welche Aufgaben übernimmt. Meistens steht ein Papa am Grill und ein paar Mamas kümmern sich um den Verkauf.

 

10. Pokale und/oder Medaillen

Natürlich gehören zu einem Turnier auch Pokale bzw. Medaillen dazu. Hier kann der Veranstalter selbst entscheiden, wie er es handhaben will. Ob nur die drei bestplatzierten einen Pokal bekommen, jedes Team einen Teilnehmerpokal mit nach Hause nimmt oder ganz anders. Das muss jeder Turnierveranstalter für sich entscheiden. Beim Thema Medaillen teilen sich die Meinungen stark. Viele empfinden diese als unnötig, andere hingegen sehen darin eine schöne Erinnerung für jedes Kind. Hier gibt es kein richtig oder falsch.

 

11. Turnierleitung bestimmen

Natürlich kann ein Trainer so ein Turnier nicht alleine organisieren oder durchführen. Daher ist man auf die Unterstützung der Elternschaft angewiesen. Ebenso wie beim Catering, muss es eine kleine Turnierleitung geben, welche sich am Veranstaltungstag um den kompletten Ablauf kümmert. Sowohl bei der Einweisung der Teams, während des Turniers und auch bei der Siegerehrung. Deshalb sollte man sich auch hier vorab mit den Eltern zusammensetzen und gemeinsam entscheiden, wer an dem Tag die Turnierleitung übernimmt. Dies sollte jedoch nicht eine Person alleine machen. 2-3 Personen sind perfekt, um eine gute Turnierleitung zu bilden.

 

12. Schiedsrichter Ja oder Nein

Auch hier sollte das jeder Veranstalter selbst entscheiden. Über richtig oder falsch lässt sich auch hier diskutieren. Aufgrund der Fairplayliga bei Bambini und F-Jugend, wo ohne Schiedsrichter gespielt wird, ist dieser auch bei einem Turnier eigentlich nicht notwendig. Ähnlich verhält es sich bei der E-Jugend. Die Kinder sollen spielen und zum größten Teil selbst entscheiden. In strittigen Situationen können die Trainer unterstützen. Ob dies funktioniert, liegt an den Trainern. Wenn diese sich von außen ruhig verhalten und sich klar machen, dass es nicht um die Weltmeisterschaft geht, klappt es auch super ohne Schiedsrichter.

 

Zusammenfassend sollen die genannten Punkte als kleine Orientierung für das nächste Turnier dienen und bei der Organisation helfen. Grundsätzliches Ziel bei jedem Turnier sollte es immer sein, dass alle Kinder genügend Spielzeit bekommen und mit müden Beinen zufrieden nach Hause fahren.









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