10 Tipps für ein glücklicheres Kindertrainer-Leben

Als Kindertrainer hat man mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Dies kann wiederum zu Stresssituationen führen und spiegelt sich in deinem Auftreten wieder. Die folgenden Tipps sollen dir deine Trainerarbeit ein wenig erleichtern.

#1 Elternversammlung durchführen

Bevor die Saison beginnt, ist es wichtig eine Elternversammlung durchzuführen. Dort solltest du über alles sprechen, was für dich wichtig ist und natürlich auch über das, was für die Eltern von großer Bedeutung sein könnte. Folgende Themen solltest du unbedingt ansprechen:

  • Ziele mit dem Team (Ausbildungsziele/Saisonziele)
  • Trainingsschwerpunkte
  • Regeln für die Eltern (Spiel und Training)
  • Regeln für die Kinder (Spiel und Training)
  • Was ist dir als Trainer wichtig ?
  • Was wünschst du dir von den Eltern ?
  • eigene Philosophie und Werte verdeutlichen 


Am wichtigsten ist es vorab seine Standpunkte klar festzulegen, sodass es zu keinen Irritationen oder Lästereien kommen kann. 

Viele weitere Dinge ergeben sich im Laufe der Saison und auch dort kann man bei Bedarf eine außerordentliche Elternversammlung einführen. Grundsätzlich eignet es sich sehr gut jeweils im Sommer und im Winter eine solche Versammlung einzuberufen.


#2 Aufgaben delegieren

Gerade im Kinderfußball sind Trainer sehr rar. Daher freuen sich viele Vereine, wenn sie überhaupt einen Freiwilligen finden, der den "Job" des Kindertrainers übernehmen möchte. Ein Co-Trainer oder sogar ein Betreuer sind für viele Teams undenkbar. Doch ein Trainer schafft es nicht alles alleine zu bewältigen. Daher ist es wichtig Aufgaben zu delegieren. In diesem Fall eignen sich engagierte Eltern, die euch gewisse Dinge abnehmen können. Sei es das Tragen von Trainingsmaterialien, die wöchentliche Freigabe im DFB.net, Verwaltung der Mannschaftskasse oder die Unterstützung bei Trainingsübungen. Habe keine Scheu um Hilfe zu bitten und lasse dir einfache Aufgaben abnehmen. 


#3 Eltern mit ins Boot holen

Gerade im Kinderfußball gibt es viele negative Besipiele, was das Verhalten der Eltern auf und neben dem Platz betrifft. Doch diese sind für dich als Trainer enorm wichtig. Hast du eine gut funktionierende Elternschaft, wirst du es auch als Trainer viel leichter haben. Bei den Kleinen sind die Eltern immer mit dabei und davon kannst du profitieren. Wie bei Punkt 2 angesprochen, können sie dir Arbeit abnehmen, sodass du dich voll und ganz auf die sportliche Entwicklung deiner Spieler konzentrieren kannst. Mögliche außersportliche Tätigkeitsfelder für die Eltern können zum Beispiel sein: Organisation von Weihnachtsfeiern oder Ausflügen, Bildung von Fahrgemeinschaften, Waschen von Trikots oder die Verpflegung bei Spielen/Turnieren. 


#4 Klare Regeln festlegen

Jeder Trainer hat sie im Team: Kinder die nicht so einfach zu händeln sind und den Trainingsbetrieb stören, indem sie andere Kinder ablenken oder Übungen nur sehr lustlos erledigen. Das kann einem des öfteren zum Kochen bringen.  Hierbei ist es wichtig konsequent zu handeln. Ohne Konsequenzen verlierst du nicht nur beim störenden Kind an Glaubwürdigkeit, sondern auch bei deinen anderen Spielern. Eine gute Methode ist es mit gelben und roten Karten zu arbeiten. Die gelbe Karte gilt hierbei als erste Verwarnung. Bei einem weiteren Verstoß folgt die rote Karte und damit die Konsequenz. Zum Beispiel, das das Kind beim Abschlussspiel nicht mitspielen darf, was ihnen in diesem Alter am meisten bedeutet. Du musst dafür keine gelben oder roten Karten physisch dabei haben. Es reicht wenn du die Verwarnungen verbal kommunizierst. Sollte der Spieler immer wieder auffällig werden, kannst du auch weitere Konsequenzen wie Trainingsverbot oder Nichtnominierung zum Spiel/Turnier folgen lassen. Wichtig ist dabei immer wieder mit dem Kind zu sprechen, was du dir von ihm wünschst und bei positivem Verhalten zu loben. Jedes Training eine neue Chance. 


#5 Entwicklungsgespräche führen

Man kann es auch Feedback- oder Perspektivgespräche nennen. Egal für welches Wort man sich entscheidet, es ist sehr sehr wichtig diese Gespräche zu führen. Nur durch Rückmeldungen kann man sich verbessern. Daher sollte man den Kindern immer wieder kurzes Feedback geben. Wichtig ist dabei eine kindgerechte Sprache und eine positive Kommunikation zu verwenden. Sage dem Kind nicht was es schlecht macht, sondern was es verbessern kann und wie es das tun kann. Manche Dinge kannst du deinen Spielern als kleine Hausaufgaben mitgeben wie zum Beispiel das Üben von Jonglieren.


Zusätzlich empfiehlt es sich zweimal jährlich (Sommer und Winter) im Einzelgespräch mit den Eltern ein ehrliches Feedback zu geben. Eltern wollen wissen wie sich ihre Kinder entwickelt haben und beklagen häufig das Fehlen solcher Gespräche. Bereite dich auf eine solche Konversation vor und mache dir vorab Notizen darüber, wie der aktuelle Entwicklungsstand ist, wo das Kind sich verbessert hat, was es bereits super kann, wo es noch Nachholbedarf hat und natürlich zum Sozialverhalten. Diese Gespräche können auch sehr gut dafür genutzt werden um Unklarheiten aus der Welt zu schaffen.


#6 Richtige Kadergröße bestimmen

Ein ganz wichtiger Punkt ist eine gute Kadergröße zu bestimmen. Als Trainer musst du darauf achten, dass die Wartezeiten während des Trainings nicht zu lang sind, die Wiederholungszeiten für jedes Kind groß genug sind und jeder Spieler genügend Einsatzzeiten beim Wettkampf bekommt. Andersrum muss der Kader groß genug sein um Ausfälle durch Krankheit oder familiäre Termine zu kompensieren.


Eine gute Formel für die Bestimmung der optimalen Kadergröße ist: Spielstärke im Wettkampf + 5 Spieler = Kadergröße.

Des Weiteren ist es wichtig vor der Saison klar zu kommnunizieren wie viele Spieler du maximal zu den Wettkämpfen mitnehmen wirst. Bei einer Spielstärke von 1-6 empfiehlt es sich maximal 10 Kinder einzuladen. So kann beispielsweise immer im 3er Block gewechselt werden und jeder Spieler erhält genügend Spielzeit. Wichtig ist hierbei auch, dass nicht immer nur die gleichen Kinder zu Hause bleiben müssen. Dies sollte stets wechseln, unabhängig vom Leistungsstand des Kindes. So kannst du einige Probleme mit den Eltern vorbeugen.


#7 Rechtzeitig treffen

Eine rechtzeitige Anreise reduziert den Stress bei Trainer und Spieler. Empfehlenswert ist ein Treffpunkt 45 Minuten vor Spielbeginn. So ist genügend Zeit zum Umziehen, Besprechung oder auch zur Erwärmung. Des Weiteren ist es wichtig vorab allen Eltern die genaue Adresse des Spielorts mitzuteilen und mit welcher Anfahrtszeit gerechnet werden muss. Über Umleitungen oder sonstige Unwägbarkeiten sollte sich vorzeitig informiert werden. Auch die Bildung von Fahrgemeinschaften sollte rechtzeitig erfolgen. Dies könnte wie unter Punkt 3 bereits erwähnt, eine Aufgabe der Eltern sein.


#9 Jederzeit gut vorbereitet sein

Eine gute Vorbereitung senkt das Stresslevel und macht den Kopf frei. Dies gilt sowohl für das Training als auch für den Wettkampf.

Ein strukturiertes und altersgerechtes Training ist die Grundlage für die bestmögliche Entwicklung deiner Spieler. Daher ist es sehr wichtig jedes Training zu planen. Zusätzlich kannst du vor der Saison deine Ausbildungsziele festlegen und dir Schwerpunkte für die einzelnen Saisonphasen setzen. Das erleichtert dir deutlich die Planung des Trainings. Solltest du nicht wissen, welche Ausbildungsziele für deine zu trainierende Altersklasse wichtig sind, informiere dich beispielsweise auf  https://www.dfb.de/mein-fussball/ oder in Lehrbüchern. Ein heruntergebrochenes Erwachsenentraining hemmt die Entwicklung deiner Spieler und hat im Kinderfußball nichts zu suchen


#10 Spiele mit und mache vor

Kinder verstehen gewisse Aufgaben besser, wenn du diese vormachst, anstatt sie 5 Minuten zu erklären. So vermeidest du, dass deine Spieler unruhig werden, während du eine Übung zu lange erklärst. Des Weiteren lieben es Kinder, wenn du sie als Trainer herausforderst - Schafft ihr es so schnell zu dribbeln wie ich ? Ich glaube nicht, dass ihr es schafft 5 Tore bei mir zu schießen. - sind zwei Beispiele, wie du deine Spieler motivieren und herausfordern kannst. Es gibt genügend Spiele wo du mitmachen kannst und ganz nebenbei tust du auch noch etwas für deine eigene Fitness. Als Trainer bist du ein Teil des Teams, also bitte stelle dich nicht nur mit verschränkten Armen an den Rand und gebe Anweisungen. 


All diese Tipps können dir dabei helfen eine menge Probleme vorzubeugen und erleichtern dir die Arbeit als Trainer. Wenn du glücklich bist, spiegelst du dies auch auf dem Platz wieder. Deine Spieler werden es merken und dir gleichtun.














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